Wir sind weizensüchtig

Weizenektomie

Warum Sie sich durch weizenfreie Ernährung ( Weizenektomie ) gesünder und besser fühlen werden (1).

Kohlenhydrat Weizen:

Weizen besteht zu einem großen Teil aus Kohlenhydraten. Als "Super-Kohlenhydrat" lässt er den Blutzuckerspiegel wegen seines glykämischen Index schnell und weit nach oben steigen. Wir kommen - vereinfacht gesagt - in eine Spirale von zunächst starker Insulinausschüttung aus der Bauchspeicheldrüse, was zu einem schnellen Abbau des Blutzuckerspiegels führt. Die Folge des nun niedrigen Blutzuckerspiegels ist neuer Appetit. Mit der Aufnahme von Nahrung mit hoher Energiedichte beginnt dieser Prozess von vorne. Je höher die Frequenz dieser Appetit-Impulse ist, desto mehr essen wir.

 

Brot aus Weizen.
Verfolgt uns auf Schritt und Tritt: Das Super-Kohlenhydrat Weizen, hier in Weißbrot (Bildquelle: Free-Photos, pixabay.de)

Weizen überall:

Das Kohlenhydrat Weizen ist das eine Problem. Das nächste ist, dass uns Weizen auf Schritt und Tritt verfolgt: Wir essen unglaublich viel Croissants und Brötchen, vor allem durch die Fast-Food- und To-Go-Mentalität. Brot ohne Weizen ist kaum denkbar. Viele Süßigkeiten beinhalten Weizen, wie zum Beispiel Kekse und Waffeln. Knabberprodukte wie Chips, Cracker und Salzgebäck werden aus Weizen hergestellt. Für Müsliriegel gilt oftmals dasselbe.

 

Aus Weizenmehl werden Pfannkuchen gemacht, Torten und Kuchen. Viele Frühstücks-Cerealien strotzen vor Weizen. Dies gilt auch für viele Fertiggerichte und Fertigsuppen, für viele Würzmittel, Dressings und Saucen (zum Beispiel Ketchup): In diesem Bereich der stark verarbeiteten Produkte taucht Weizen in Form von Emulgatoren, Stabilisatoren und Verdickungsmitteln auf.

 

Viele Nudelprodukte werden aus Weizen hergestellt. In etlichen stark verarbeiteten Wurst- und Fleischwaren befindet sich Weizen in verschiedenster Form. Die Liste ließe sich noch lange und weit detaillierter fortsetzen.

 

Optimierter Weizen:

Das dritte Problem ist, dass vorhandene Weizensorten seit den späten 1960er-Jahren massiv und schnell untereinander gekreuzt wurden, um zügig ertragreiche und resistenzfähige neue Hybridpflanzen zu erhalten. Mit dem Ur-Weizen, geschweige dem Einkorn, haben diese Pflanzen nichts mehr gemeinsam. Sie wurden als Nahrungsmittel an Tieren und mittels Kontrollstudien an Menschen nie getestet.

 

Vor allem bei den Proteinen scheint es hier Veränderungen gegeben zu haben. Allen voran beim Gluten, welches im zeitgenössischen Weizen deutlich häufiger vorkommt wie noch vor 50 Jahren. Dieses Kleber-Eiweiß sorgt unter anderem für gute Backeigenschaften, ist auf der anderen Seite aber ursächlich verantwortlich für die Immunreaktion namens Zöliakie.

 

Mehr Informationen zum Thema finden Sie hier:





Die Folgen:

Es gibt vermehrt Anzeichen, dass Weizen bzw. Weizenprodukte wie Mehl folgende Auswirkungen haben können:

  • Die Exorphine aus dem Gluten haben eine euphorisierende Wirkung auf unser Gehirn und regen den Appetit an. Weizen macht offensichtlich süchtig nach mehr.
  • Insulin fördert die Fetteinlagerung und Adipositas. Weizen ist als Kohlenhydrat als wesentliche Ursache für eine vermehrte Insulinproduktion und aus diesem Grund als Grundlage für Übergewicht einzuordnen.
  • Weizen fördert mit der Dauerbeanspruchung der Bauchspeicheldrüse die Insulinresistenz und als Folge Diabetes.
  • Zöliakie wird durch Weizengluten-Intoleranz ausgelöst. Im Zusammenhang mit dieser Krankheit treten Leber- und Autoimmunerkrankungen wie Asthma oder entzündliche Darmerkrankungen auf. Womöglich fördert Weizen diese "Nebenerkrankungen" bei Nicht-Zöliakie-Patienten.
  • Die Übersäuerung der Körpers wird durch Weizenprodukte gefördert, sie begünstigt die Osteoporose.
  • Über die vermehrte Produktion von AGEs - das sind Gewebe im Zustand fortgeschrittener Glykierung - könnten der Alterungsprozess bzw. allgemeine Alterserscheinungen wie Steifheit der Gelenke und Müdigkeit verstärkt werden.
  • Durch das vermehrte Auftreten von LDL-Molekülen im Blut werden Herzkrankheiten wie Arteriosklerose und Herzinfarkt begünstigt.
  • Weizen bzw. Weizengluten fördern mittels Zerstörung bestimmter Zellen in unserem Gehirn zerebelläre Ataxie, Neuropathien, Persönlichkeitsveränderungen sowie Schlafprobleme, Müdigkeit, Alzheimer und Demenz.
  • Bestimmte Hautkrankheiten, darunter Ausschläge, Akne und Haarausfall sind unter Umständen zurückzuführen sind auf eine Reaktion auf Weizengluten.

Das ist eine ganze Menge unerfreulicher, zum Teil noch nicht schlüssig nachgewiesener Einwirkungen auf unsere Gesundheit. Mit der Weizenektomie, dem Verzicht auf Weizenprodukte, können viele negative Wirkungen aufgehalten und rückgängig gemacht werden. Erfreulich ist die mit der Ektomie einhergehende Gewichtsabnahme.

 


Die Lösung:

Die Lösung klingt simpel - Produkte mit Weizen aufspüren und aus dem Ernährungsplan werfen oder den Konsum des "Super-Kohlenhydrats" zumindest drastisch reduzieren, eine weizen- und glutenfreie Ernährung angehen. Das ist Arbeit, denn das Aufspüren verdeckter Weizenprodukte ist nicht einfach.

 

Viele mögen den Untergang des Abendlandes beschwören, eine Weizenektomie bzw. weizenfreie Ernährung sei nicht machbar. Die Liste dessen, was man weiterhin essen kann, ist beachtlich (2):

  • Fleisch, Fisch und Meeresfrüchte aller Art und Sorten sowie Eier können vermehrt und in verschiedensten Zubereitungsvarianten gegessen werden. Die Produkte sollten nur naturbelassen, das heißt frisch von der Theke des Metzgers sein (zum Beispiel ohne Panade).
  • Die meisten Gemüse, Pilze, Kräuter und Kürbis können nahezu unbegrenzt verzehrt werden.
  • Dasselbe gilt für beinahe alle Käse, Salate, ungezuckerte Saucen und Würzmittel sowie naturbelassene Nüsse, Samen und Kerne. Avocados, Oliven und Kokosnüsse zählen zu den reichlich konsumierbaren Lebensmitteln.

Zurückhaltender sein sollte man bei ...

  • Milchprodukten wie Quark, Naturjoghurt und Butter (enthält Milchzucker),
  • frischen Früchten (Fruktose),
  • Mais sowie glutenfreien Getreidesorten wie Hirse, Buchweizen und Reis,
  • Hülsenfrüchten wie Bohnen und Erbsen,
  • und allen Kartoffelsorten, Yams sowie Tofuprodukten.

In Maßen, das heißt nicht unbegrenzt, ist gegen den Genuss dieser Produkte nichts einzuwenden.

 

Finger weg von süßen Sachen wie Kuchen, Bonbons und Eis (Bild: Free-Photos, pixabay.de)
Finger weg von süßen Sachen wie Kuchen, Bonbons und Eis (Bild: Free-Photos, pixabay.de)

Die Finger weg lassen sollte man vor allem von Brot, Brötchen sowie Keksen, Kuchen und Torten. Dasselbe gilt für Pizza, Pasta und Teigwaren. Süßigkeiten wie Bonbons, Eis und Energieriegel sowie viele Konserven und Fertiggerichte, Marmeladen und Ketchup mit Zucker sollten vom Ernährungsplan gestrichen werden. Frittierte Speisen und die dazugehörenden Fette sowie ungesättigte Fette wie Sonnenblumen- und Maisöl sollte man meiden.

 

Alles in Allem, muss man nicht päpstlicher als der Papst sein: An einem Sonntag ein kleines Stück Kuchen oder eine Kugel Eis zum Genuss sollte nicht schaden. Entscheidend dürfte sein, nicht regelmäßig und obendrein beachtliche Mengen der unerwünschten Produkte zu sich zu nehmen. Nur sollte dann die Disziplin aufgebracht werden, sich zu beherrschen, um nicht in alte Muster zurück zu fallen.

 

Aus dieser Perspektive scheint es sinnvoll, einen Verzicht auf Weizen konsequent umzusetzen. Es gibt Anzeichen, dass der Konsum von viel Weizen ungesund ist, 

 

Es ist unmöglich, in diesem Artikel das komplexe Thema "Weizen und Gesundheit", weizenfreie Ernährung und glutenfreie Ernährung abschließend und detailliert zu behandeln. Für eine Vertiefung in das Thema empfehlen wir die oben links aufgeführte Literatur.

 

 

Quellen:

(1) Vgl. im Einzelnen: Davis, Dr. med. William: Weizenwampe. Warum Weizen dick und krank macht. 22. Auflage. Goldmann, München, 2017.

(2) Vgl. dazu ebenda, S. 293 ff.