Mit tiny house ohne Klotz am Bein

Ein tiny house macht den Traum vom eigenen Heim erschwinglich. Wer sich ein kleines Haus leistet muss kein Idealist sein, sondern Überschaubarkeit mögen. Die kleinen Eigenheime werden immer beliebter und bieten Einfachheit und Freiheit.

tiny house
Auch eine Art tiny house: Alter Bauwagen (Bildquelle: WinnieC, pixabay.com)

Lange Zeit ging der Trend beim Hausbau hin zu größeren und luxuriöseren Eigenheimen. Seit einiger Zeit ist in Europa eine zum Teil gegenläufige Entwicklung festzustellen, die in den USA ihren Anfang nahm. Es ist dort nicht unüblich Häuser zu bauen, die mit angemessenen Vorarbeiten über weite Strecken transportiert werden können.

 

Diese Häuser sind in ihrer Größe limitiert, weil sie evtentuell unter Brücken umd durch enge Straßen passen müssen. Auf diese Weise entstand der Typ des tiny house und der des small house. Laut Definition sind diese maximal 400 square feet, das entspricht rund 37 Quadratmeter, groß. In Europa sind sie selten größer als 15 Quadratmeter. Das liegt an den maximalen Abmessungen von PKW-Anhängern (7 x 2,55m). Ein tiny house ist, wie der Name suggeriert, ein aussergewöhnlich kleines Haus. Der vorhandene Platz wird optimal ausgenutzt, zum Beispiel über zwei Ebenen, was die verfügbare Wohnfläche erhöht. In Abgrenzung zu anderen sogenannten Minihäusern und Kleinhäusern, sind tiny houses in den meisten Fällen beweglich und mit geringem Aufwand mobilisierbar. Gebaut werden sie oftmals aus Holz, wobei mittlerweile immer öfters moderne Verbundstoffe zum Einsatz kommen.

 

Im Gegensatz zu tiny houses können Mini- und Kleinhäuser bis rund 50 Quadratmeter groß sein und werden auf ein Fundament gesetzt. Sie können in vielen Fällen in ihre Einzelteile zerlegt und bei Bedarf woanders wieder aufgestellt werden: Im klassischen Wohngebiet, im Wald und anderen speziellen Standorten.

 

Viele unterschiedliche Motive bewegen Menschen, sich ein tiny house zu bauen beziehungsweise zu kaufen. Zum einen sind tiny houses sind mit durchschnittlich 30.000 bis 40.000 Euro preisgünstig in der Anschaffung, sodass man nicht einen lebenslangen Kredit aufnehmen muss, um sich den Traum vom Eigenheim zu erfüllen. Andere Gründe sind idealistischer und stellen Eigenschaften wie Ökologie und Nachhaltigkeit in den Vordergrund. Zu guter Letzt bringen tiny houses den Vorteil mit, dass sie im Falle eines notwendigen Ortswechsels diesen mitvollziehen können. Warum Kartons packen, wenn man das Haus packen kann.

 

Der Trend zu tiny houses, Klein- und Minihäusern ist eine logische Konsequenz aus tiefgreifenden, gesellschaftlichen Veränderungen: Viele Menschen können es sich angesichts unsicherer Job- und Familienverhältnisse nicht mehr leisten, sich lebenslang einen finanziellen Klotz in Form einen klassischen Eigenheimes ans Bein zu binden. Wer viel Schulden abzahlen muss, hat immense Verpflichtungen und enormen Druck. Die Reduktion auf das Wesentliche, auf das "weniger ist mehr" beim Haus, passt in das Konzept zu mehr Einfachheit und neuen Freiräumen, zum Beispiel in Form größerer Mobilität und mehr persönlicher Kreativität.

 

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